Willkommen bei Moneyball-Stats
Dieser Blog ist aus einer ziemlich einfachen Frage entstanden: Warum reden wir im Fußball ständig über Geld, aber so selten über die Zahlen dahinter?
Ablösesummen und reißerische Schlagzeilen zur Schuldenlage schaffen es auf jede Titelseite. Die eigentlichen Gründe und die relevanten Kennzahlen eher selten. Und echte, ganzheitliche Vergleiche zwischen Clubs, die über die Umsatzentwicklung oder die Gehälter einzelner Saisons hinausgehen, gibt es kaum.
Genau da möchte ich ansetzen: hinter Ablösesummen und Schlagzeilen schauen und sichtbar machen, wie Fußballclubs wirtschaftlich wirklich dastehen.
Warum Moneyball?
Wer Moneyball – The Art of Winning an Unfair Game von Michael Lewis kennt, ahnt den Zusammenhang. Im Buch geht es darum, wie die Oakland Athletics mit begrenztem Budget und einem datengetriebenen Ansatz systematisch unterschätzte Spieler identifizierten und sich so einen Vorteil gegenüber finanzstärkeren Teams verschafften.
Ich schlage die Brücke von der anderen Seite: Welche rohen Zahlen beschreiben einen Club so treffend wie die Tabelle am Saisonende? Welche Faktoren bilden die Basis dafür, dass ein Verein erfolgreich ist oder eben nicht? Und welcher Transfer war finanziell betrachtet wirklich gelungen?
Denn perspektivisch wird immer mehr Geld in den deutschen Fußball fließen. Die Investoren dahinter schauen nicht nur auf die sportliche Tabelle, sondern vor allem auf die nackten Zahlen. Um ihre Sichtweise zu verstehen, muss man wissen, wie die Finanzen der Clubs tatsächlich aussehen.
Woher kommen die Daten?
Das Herzstück dieses Blogs ist die Datenbank, gefüllt mit den Finanzdaten der Clubs und einigen weiteren Kennzahlen.
Die meisten Vereine veröffentlichen aufgrund ihrer Rechtsform einen Jahresabschluss. Die DFL veröffentlicht zusätzlich seit der Saison 2017/18 Finanzdaten aller Clubs der 1. und 2. Bundesliga — allerdings nur aggregiert. Wie sich Umsatz, Anlagevermögen oder Verbindlichkeiten tatsächlich zusammensetzen, ist deshalb nur bei einem Teil der Clubs nachvollziehbar. Auf der jeweiligen Clubseite steht, woher die Daten stammen und wie tief die Betrachtung reicht.
An dieser Stelle ein Shoutout an den HSV, Schalke 04 und Werder Bremen: Sie erstellen sehr detaillierte Jahresabschlussberichte und veröffentlichen sie auch. Das hilft einer tiefergehenden Analyse enorm.
Aktuell liegen Daten zu 52 Clubs über acht Saisons (2017/18 bis 2024/25) in der Datenbank, rund 11.600 Einzelwerte. Davon haben 13 Clubs sehr detaillierte Daten: einen veröffentlichten Jahresabschluss samt Aufschlüsselung der Umsatzerlöse nach Spielbetrieb, Sponsoring, medialer Verwertung und Transfers. Bei 24 Clubs liegt ein Abschluss vor, aber ohne diese Aufschlüsselung. Und bei 15 Clubs bleibt es bei den aggregierten DFL-Zahlen.
Lückenlos über alle acht Saisons sind 36 Clubs erfasst. Bei den übrigen fehlen einzelne Jahre — meist schlicht, weil sie in dieser Zeit nicht in der 1. oder 2. Bundesliga gespielt haben.
Sonstiges
Das Ganze hier ist ein Hobbyprojekt. Wer mich zitieren möchte oder Analysen von hier nutzt: Ich freue mich über eine entsprechende Quellenangabe.
Über Hinweise freue ich mich jederzeit an tim@moneyball-stats.com.